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Zwischenfrüchte verfüttern

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Werner Föll verfüttert die Winterzwischenfrucht schon im April – grün.
Foto: Jonathan Kern, Bioland Beratung

Zwischenfrüchte verfüttern

Der Winterzwischenfruchtanbau ist gut für den Boden. Wer den Aufwuchs auch noch im Stall verfüttern kann, nutzt die ganze Vorteilspalette von Rübsen, Wickroggen und Co. Ob im Herbst als Nachfrucht oder im Frühjahr als Vorfrucht, mit Winterzwischenfrüchten lassen sich Futterlücken im Milchviehbetrieb schließen. Bei der Fütterung sind die Inhaltsstoffe und die Strukturanteile zu beachten. Auf dem Acker bedecken die Zwischenfrüchte den Boden, bieten dem Bodenleben ausreichend Nahrung und nehmen im Frühjahr gerne eine nicht zu scharfe Güllegabe dankend an. Auch Unkräutern macht der dichte Pflanzenbestand den Standort streitig, zudem schwächt sie der mehrmalige Schnitt.

Praxisbeispiel Betrieb Föll

Bioland-Landwirt Werner Föll aus Aspach bei Backnang sucht nach einer möglichst passenden Zwischenfruchtkombination, die überwintert und die er als Futter nutzen kann. "Ich möchte möglichst lange im Herbst bis Ende November und möglichst schon ab Anfang April grün füttern", erklärt Werner Föll. Damit reduziert er den Kraftfuttereinsatz in den Wintermonaten.

Mit Landsberger Gemenge, Kleegras und Rübsen ist der Landwirt in Sachen Zwischenfrüchte vielfältig aufgestellt. In der Fruchtfolge sät er 70 Kilogramm pro Hektar Landsberger Gemenge zwischen sechstem und siebtem Fruchtfolgeglied (nach Roggen, Triticale oder Wintergerste und vor Mais). Vergangenes Jahr nutzte Föll zudem zwei Hektar überjähriges Kleegras, eine Mischung von Becker Schöll (Kleegras 21) mit 55 Prozent verschiedenen Kleearten und 45 Prozent Gräsern (28 Kilogramm/Hektar). Die Mischung kann auch nach frühräumender Wintergerste gesät werden. Einen Hektar hat der Landwirt mit Winterrübsen bestellt (10 bis 12 Kilogramm pro Hektar). Diese nichtlegume Zwischenfrucht verträgt eine Gülledüngung.

Betriebsspiegel Werner Föll

  • Milchvieh-Gemischtbetrieb
  • je 45 Hektar Grünland und Ackerbau
  • 400 Meter über NN, Niederschlag pro Jahr im Schnitt 700 Millimeter
  • Fruchtfolge: Luzernegras, Luzernegras, Silo-/Körnermais, Winterweizen, Lupinen/Ackerbohnen, Roggen/Wintergerste/Triticale, Silo-/Körnermais, Hafer, dann Sommersaat Luzernegras
  • 65 Milchkühe
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Auch überjähriges Kleegras kann als Zwischenfrucht nach frühräumendem Wintergetreide angebaut werden.
Foto: Dominic Menzler, BLE

Anbau und Bestelltechnik

Direkt nach der Ernte im Juli bearbeitet Föll die Stoppel in der Regel zweimal intensiv. Zehn bis zwölf Tage nach der Getreideernte erfolgt dann die Bestellung in Frässaat, geplant ist aber auch die Saat mit normaler Kreiseleggen-Säkombination. Wichtig ist das Anwalzen, zum einen für den Bodenschluss, zum anderen für einen ebenen Acker beim Mähen, um die Futterverschmutzung zu minimieren. Für gestaffelte Schnitte sind versetzte Saattermine auf den einzelnen Äckern sinnvoll. Eine verspätete Saat ist also nicht tragisch, Landsberger Gemenge und Rübsen können noch bis in den September gesät werden. Generell hängt der Erfolg der Winterzwischenfrucht von der Wasserversorgung im August und im September ab.

Erntezeitpunkte und Fütterung

Den gesamten Herbst über kann geerntet werden. Bei frühzeitiger Ansaat zum Teil bereits nach sechs Wochen. Je später gesät wird, umso länger dauert die "Vegetationsperiode". Die Rübsen können auch noch sehr spät geerntet werden und dann im Frühjahr wieder sehr zeitig – jedenfalls vor dem Schossen, sonst ist der Futterwert dahin.

"Mein Ziel ist es, alle Futterzwischenfrüchte mindestens einmal im Herbst zu schneiden, Kleegras möglicherweise sogar zweimal und einmal im Frühjahr", erklärt Werner Föll. Dann folgen der Umbruch und die Maisaussaat. Die Bergung erledigt Föll mit einem leichten Schlepper, Frontmähwerk und Ladewagen. Der Futtermischwagen füttert die Zwischenfrüchte an das Milchvieh und die Nachzucht. Wichtig ist ein ausreichender Rohfaseranteil in der Ration, sei es Heu oder Futterstroh. Vor allem bei Rübsen ist der Strukturanteil sehr gering. Der Anteil an der Gesamtration wird dabei vom Milch-Harnstoffgehalt bestimmt und dementsprechend angepasst.

Vor- und Nachteile

Die Zwischenfrucht kann abgefüttert werden, muss aber nicht. Der Bestand eignet sich auch zum Mulchen. Auf dem Betrieb Föll kommt er so voll dem nachfolgenden Mais zugute. Der Schnitt schwächt Unkräuter, sie können in aller Regel mit der Geschwindigkeit des neuen Aufwuchses nicht mithalten. Zudem bleibt der Boden fast das ganze Jahr über bedeckt, vor allem im Winter. Alle drei Futterzwischenfrüchte hinterlassen eine sehr gute Bodengare für den Mais. Weniger vorteilhaft ist das Spur-an-Spur-Fahren beim Schneiden im Spätherbst, selbst mit leichtem Fahrzeug. Falls Fahrspuren entstehen, behindern diese den Frühjahrsschnitt.

Empfehlung zur Fütterung

Die Umstellung auf Zwischenfruchtfutter sollte langsam über circa zwei Wochen erfolgen, um eine Anpassung der Pansenmikroorganismen an das Futter zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für Grünraps, Senf und die Kleearten. Die Beweidung ist nur bei grasreichen Beständen empfehlenswert. Zwischenfrüchte sollten außerdem möglichst frisch verfüttert werden, um die Nitritbildung im Haufen zu verhindern. Ideal ist es deshalb, zweimal täglich zu mähen. Bis zu 35 Kilogramm Zwischenfrüchte können bei Milchkühen und Aufzuchtrindern im zweiten Lebensjahr mit mindestens 350 Kilogramm Lebendmasse eingesetzt werden. Die Tagesration sollten Sie aber niemals in nur einer Mahlzeit füttern. Und im ersten Lebensjahr sollten Sie Zwischenfrüchte nur in kleinen Rationsanteilen einsetzen.

Auf Struktur achten

Die Kraftfutterauswahl richtet sich nach dem Proteingehalt der Grundration und nach dem Zuckergehalt des Grünfutters. Bei zuckerreichen Futtern ist ein Kraftfutter mit niedrigen Zucker- und Stärkegehalten oder mit höherem Anteil von beständiger Stärke zu empfehlen. Die Strukturversorgung ist beim Einsatz der meisten Zwischenfrüchte der begrenzende Faktor. Das Fress- und Wiederkauverhalten der Kühe ist deshalb laufend zu beobachten. Beim Verdacht auf Strukturmangel sollten Sie den Heu- oder Strohanteil erhöhen, sonst besteht auch die Gefahr von Pansenblähungen.

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